Donnerstag, 19.09.2019

15:30 - 17:00

R110

W19-23

Die Perspektive der Geragogik auf die digitale Transformation

Moderation: J. Stiel, Dortmund; V. Leve, Düsseldorf; M. Marquard, Ulm

Hintergrund: Die Entwicklung digitaler Technologien und die damit verbundene digitale Transformation hat längst auch den Lebensalltag älterer Menschen erreicht und ist mit Chancen als auch mit Risiken verbunden. So können durch den technologischen Fortschritt bspw. gesellschaftliche Teilhabe und lebensbegleitendes Lernen auch bei zunehmenden Mobilitätseinschränkungen ermöglicht werden. Gleichzeitig bestehen aber auch Exklusionsrisiken, z. B. in den Zugangs- und Nutzungsmöglichkeiten dieser Technologien. – Generell gilt es, Technik- und Medienkompetenz vor dem Hintergrund individueller Lebenserfahrungen zu reflektieren und insofern auf den Einzelnen ausgerichtete Ansätze zu entfalten. Dazu bedarf es adäquater Lernorte sowie neuer Informations-, Bildungs- und Beratungsangebote.

Die Geragogik verfügt über erprobte Konzepte und Methoden, die es gezielt für den Umgang mit dem digitalen Wandel weiterzuentwickeln gilt. Im Rahmen des Workshops werden sowohl individuelle Zugangswege als auch Strukturen diskutiert, die einen Beitrag zur Befähigung und Förderung der Technik- und Medienkompetenz im Alter leisten können. H­­ierzu wird zunächst im Impulsvortrag die geragogische Perspektive auf die digitale Transformation vorgestellt. Im Anschluss werden dann Kleingruppen themenspezifisch - an konkreten Forschungs- und Praxisprojekten orientiert - geragogische Perspektiven auf die Gestaltung von Lern- und Entwicklungsprozessen im Kontext des digitalen Wandels erarbeiten.

Zielsetzung: Austausch von Erfahrungen und Konzepten aus geragogischer Praxis und Forschung; Entwicklung von Strategien und Strukturen zur Förderung der Technik- und Medienkompetenz älterer Menschen; Formulierung von Eckpunkten.

Zielgruppe: Interessierte aus Forschung und Praxis, die zum Thema digitale Transformation Forschungsprojekte oder Bildungsangebote durchführen oder diese zukünftig planen

Didaktische Methode: Impulsvortrag (Janina Stiel), themenbezogene Kleingruppenarbeit, Ergebnissicherung

15:30
Förderung von Technik- und Medienkompetenz älterer Menschen aus der Perspektive der Geragogik
W19-23-01 

J. Stiel, E. Bubolz-Lutz, M. Marquard; Bonn, Düsseldorf, Ulm

Ausgangspunkt des Vortrags ist die Fragestellung, wie angesichts der digitalen Transformation Lern- und Bildungsstrategien aus geragogischer Perspektive gestaltet werden können.

Beim Entwurf innovativer Bildungskonzepte gilt es, die Heterogenität des Alters zu berücksichtigen und auch vulnerable ältere Menschen mit in den Blick zu nehmen. Die Chancen und Risiken der Techniknutzung bzw. Nicht-Nutzung für die zweite Lebenshälfte sind auszuloten, Gestaltungspotenziale sind aufzuzeigen. Ein Zugang für alle (Milieus, Kohorten, Lebenslagen, bisherige „Offliner“) ist zu ermöglichen. Technik- und Medienkompetenz müssen vor dem Hintergrund von Lebenserfahrung und Lernbiografien reflektiert werden. Erfolgsversprechende Wege sind z. B. Peer-to-Peer Konzepte oder auch intergenerationelle Lernsettings – diese benötigen jedoch eine spezielle Strategie, etwa im Hinblick auf eine nachhaltige Anbindung an bereits bestehende Strukturen. Es bedarf neuer Lernorte mit Lernbegleitern, vielfältige Informationen zum möglichen Nutzen und zu weiteren Themen, wie z.B. dem Schutz der Privatsphäre sowie Bildungs- und Beratungsangebote. Diese sind unter aktiver Mitwirkung der älteren Menschen gemeinsam zu entwickeln.

Bildung und Zugang zu digitalen Technologien sind - nicht nur aufgrund ihrer Relevanz für das Alltagsleben älterer Menschen - zukünftig als eine Aufgabe der Daseinsvorsorge anzusehen. Im Fokus steht der ältere Mensch selbst mit seinen Möglichkeiten und Einschränkungen zu persönlicher Entwicklung als auch zu Kommunikation und Teilhabe sowie die Ermöglichung eines selbstbestimmten Lebens. In diesem Kontext werden Ansätze aus der geragogischen Praxis und Forschung zur Befähigung älterer Menschen im Umgang mit der digitalen Transformation der Alltagswelten skizziert und zur Diskussion gestellt.

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