Freitag, 20.09.2019

09:30 - 11:00

R15

W20-04

Gerontologie als Kompetenz- und Berufsfeld - eine Standortbestimmung

Moderation: F. Wernicke, Freiburg; T. Müller, Heidelberg

Gerontologie gewinnt in vielen Bereichen der Gesellschaft des langen Lebens an Relevanz. Entsprechend lässt sich ein steigender Bedarf an gerontologischer Expertise in Wissenschaft, Praxis und Politik ausmachen. Gerontolog_innen besitzen spezifische Problemlösungskompetenzen und agieren heute u.a. in der Beratung und Begleitung älterer Menschen, entwerfen und steuern kommunale und landesweite Altenhilfe-Konzepte oder forschen und beraten im Auftrag (bundes-)politischer Institutionen. In den vergangenen zehn Jahren reagierten zahlreiche Hochschulen auf diese Nachfrage und installierten gerontologische oder gerontologisch orientierte Studien- und Weiterbildungsprogramme. In ersten Übersichtsarbeiten konnten deren Inhalte auf Initiative der DGGG analysiert und dargestellt werden.

Weitgehend ungeklärt sind heute Fragen eines professionseigenen Bewusstseins und der Vermittlung eigener gerontologischer Kompetenzen nach außen. Die oft ambivalenten Zuschreibungen gegenüber dem was als gerontologische Expertise und Handlungsauftrag der Gerontologie gilt, hat zudem Auswirkungen auf die Anerkennung von Absolvent_innen und deren Zugang zu geeigneten Arbeitsmärkten. Ergebnisse einer Mitgliederbefragung innerhalb der Schweizerischen Gesellschaft für Gerontologie legen zudem nah, dass gerontologisch tätige Personen die Selbstbezeichnung als Gerontolog_in häufiger zugunsten einer eher etablierten Berufsbezeichnung (Pflegefachperson, Sozialarbeiter_in) aufgeben.

Der Fachübergreifende Ausschuss für gerontologische Aus- und Weiterbildung der DGGG möchte gerontologische Handlungsfelder und Kompetenzprofile sichtbar machen und Zugangswege für Absolvent_innen gerontologischer Studiengänge in geeignete Berufsfelder etablieren. Ziel des Workshops ist es daher, einen Beitrag zur Konkretisierung eines gerontologischen Handlungsauftrags und zu einem beruflichen Selbstverständnis zu leisten. Am Beispiel bereits bestehender Vorarbeiten zu einer hochschulübergreifenden curricularen Zielvereinbarung im deutschsprachigen Raum (GER, AUT, CH) soll durch deren Vorstellung angeknüpft werden. Das Format richtet sich an Koordinator_innen und anderen Dozenten gerontologischer und gerontologisch orientierter Studiengänge im deutschsprachigen Raum, deren Studenten und Absolventen sowie Interessierte aus allen Fachbereichen und Sektionen. Zwei Impulsreferate dienen als Anregung für eine anschließende strukturierte und moderierte Diskussion.

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