Freitag, 20.09.2019

11:15 - 11:45

R15

Moderierte Postersession 2: Prävention, Gestaltung, Teilhabe

Moderation: P. Gellert, Berlin

11:15
Prävention im Bereich der sozialen Vorsorge – eine qualitative Analyse unter besonderer Berücksichtigung sozialer Isolation, Altersarmut und gesundheitlicher Aspekte
P09 

S. Scholz, A. Weiss, M. Ittner, I. Spiegel, J. Zerth, C. Heidl; Fürth, Nürnberg

Fragestellung: Ältere Menschen haben ein starkes Bedürfnis, ein selbstbestimmtes Leben in der vertrauten Wohnumgebung mit ebenso vertrauten Alltagsroutinen verbringen zu können (Wolter 2017, S. 61). Dabei scheint es bei der Quartiersentwicklung ohne präventiv angelegte Konzepte, welche die Notwendigkeit einer sozialen Vorsorge bereits im jüngeren Alter deutlich machen, langfristig nicht möglich, nachhaltige Erfolge realisieren zu können. Drei Strategien der sozialen Vorsorge Altersarmut, Isolation und Gesundheit werden im vorliegenden Projekt fokussiert und folgende Fragestellungen untersucht:

- Wie kann frühzeitig für die Relevanz sozialer Vorsorge sensibilisiert werden, um diesen drei zentralen Aspekten präventiv zu begegnen?

- Welche Bedarfe und Wünsche hinsichtlich nötiger Angebote (Information, Unterstützung, Beratung etc.) gibt es aus Sicht der Generation der Älteren?

- Wo könnten diese Angebote jeweils verortet werden?

Methode: Mit einem qualitativ explorativen Forschungsansatz sollen drei Zielgruppen (Lebensphasenbezogen) untersucht werden:

  • Vor-Ruheständler in Kooperation mit ausgewählten Unternehmen sollen Ansatzpunkte vor Renteneintritt identifiziert werden (Fokusgruppen-Diskussion)
  • Ältere Menschen, die sich proaktiv mit der Thematik soziale Vorsorge befassen („Mitdenker-Zirkel“, Fokusgruppen-Diskussion)
  • Ältere Menschen, die sich bereits mit (Teil-)Aspekten und Auswirkungen mangelnder sozialer Vorsorge konfrontiert sehen und aus eigener Erfahrung einschätzen sollen, wo retro- und prospektiv ein stärker Fokus wünschenswert (gewesen) wäre (leitfadengestützte Interviews).

Ergebnisse: Es sind Erkenntnisse zu erwarten, die prädiktive Ansatzpunkte für die Implementierung weiterer Konzepte sozialer Vorsorge in die Quartiersarbeit bzw. bei Unternehmen vor Ort liefern. In einem zweiten Schritt sollen die Ergebnisse sowie weitere Strategien für eine methodische Erhebung (Mixed-Methods-Ansatz) angedacht werden.

Schlussfolgerung: Die identifizierten präventiven Gestaltungsmöglichkeiten für die soziale Vorsorge sind bedeutsam für die nachhaltige Quartiersentwicklung zum selbstbestimmten Altern im gewohnten Sozialraum.

Literatur

Wolter, B. (2017), Gesundheitsförderliche Quartiere für ältere Menschen – Herausforderungen und Barrieren, in: Fabian, C.; Drilling, M.; Niermann, O.; Schnur, O (Hrsg.), Quartier und Gesundheit, Springer, Wiesbaden.

11:15
Ein Studienvorhaben zur Evaluation des Projekts „Gesund mit Kunst“
P10 

A. Müller-Alcazar, P. Sinapius, S. Kastner, M. Ganß; Hamburg

Im Gegensatz zur Prävention, die auf die Vorbeugung oder Vermeidung von Krankheiten zielt, richtet sich die Gesundheitsförderung auf die Stärkung von Gesundheit und Resilienz. Künstlerische Therapien sind hierbei in verschiedenen Bereichen der medizinischen Versorgung eingebunden und zudem in einzelnen Leitlinien (u.a. Demenz) der medizinischen Versorgung aufgenommen. Bisherige Studien mit kunsttherapeutischen Interventionen konnten zu einer Verbesserung des Allgemeinbefindens, Erweiterung der sozialen Fähigkeiten sowie Stärkung der Lebensqualität und des Selbstbewusstseins beitragen. Unter diesem Blickwinkel soll es in dieser Studie um die Frage gehen, welche Determinanten der Gesundheitsförderung durch künstlerische Interventionen in der kulturellen Lebenswelt der Kommunen - Museen oder städtische Galerien - gefördert werden.  

Mit Unterstützung des STADTKULTUR Netzwerk Bayerischer Städte e.V. und der AOK Bayern sollen über 100 kunstpädagogische Veranstaltungsangebote in Museen und vergleichbaren Einrichtungen angeboten werden, um zur Verbesserung der gesundheitlichen Lage von Bürger*innen und von Menschen mit besonderen Bedürfnissen in schwierigen Lebenslagen (u.a. Demenz, Vereinsamung, Sucht) beizutragen. Parallel dazu wird in einem Längsschnittdesign über zwei Jahre eine qualitative und quantitative Evaluation durchgeführt. Inhalt der qualitativen Evaluation ist eine Gruppendiskussion, die eine Intensivierung und Fokussierung von Ideen, Interpretationen und Reflexionen untereinander ermöglichen soll. Der quantitative Teil wird durch einen Evaluationsfragebogen (u.a. zur Lebensqualität mittels WHOQOL-OLD und WHOQOL-BREF) erfasst, welcher zu Beginn und am Ende der Veranstaltungsreihen eingesetzt wird. Zusätzlich soll in einer ausgewählten Teilstichprobe die Befindlichkeit vor und nach dem Workshop mittels visueller Analogskalen sowie Self-Assessment Manikins erhoben werden.

Ziel der Studie ist es zu untersuchen, inwieweit sich kunstpädagogische und Kunsttherapeutische Interventionen positiv auf das Wohlbefinden und das Verhalten auswirken, um diese zukünftig effektiver zu gestalten. Das Ziel der formativen Evaluation ist dabei ganz konkret das Identifizieren von Parametern, kunstpädagogischer Veranstaltungsangebote in der Kommune und deren Einflussnahme auf die Determinanten der kunstpädagogischen Gesundheitsförderung, u.a. die Förderung von Teilhabe und Partizipation, die Lebensqualität und die Erweiterung individueller Handlungsspielräume.

11:15
Alternde Landwirte - Herausforderungen der Ruhestandsgestaltung
P11 

K. M. Kusserow; Dortmund

Fragestellung: Die Landwirtschaft in Deutschland ist seit Jahrzehnten geprägt von strukturellen Wandlungsprozessen, wie zum Beispiel technischen Entwicklungen und damit einhergehenden Produktivitätssteigerungen. Das hier vorgestellte Promotionsvorhaben befasst sich mit dem Thema „Altern in der Landwirtschaft“ aus sozialgerontologischer Perspektive, wobei die Entwicklung der Erwerbsbiographien von Landwirt*innen vor dem Hintergrund des Strukturwandels im Fokus steht. Leitende Fragestellungen sind dabei u.a. „Wie gestalten Landwirt*innen die Zeit vor und nach dem Übergang in den „Ruhestand“?“, „Welche Rolle spielen eine potenzielle Hofnachfolge und finanzielle Faktoren?“, „Welche Wünsche und Bedürfnisse haben Landwirt*innen z.B. in Bezug auf Freizeitgestaltung und soziale Beziehungen?“ und „Welche Rolle spielen soziale Sicherungssysteme?“.

Methodik: Das Forschungsvorhaben umfasst vier methodische Schritte: 1.) eine systematische Literaturreche bezüglich Erwerbsbiographien (älterer) Landwirt*innen, 2.) eine Sekundäranalyse statistischer Daten (z.B. Alterssicherung von Landwirt*innen), 3.) sieben Interviews mit ausgewählten Expert*innen landwirtschaftlicher Institutionen und 4.) 10-15 qualitative Interviews mit Landwirt*innen.

Ergebnisse: Die Ergebnisse der Literaturrecherche weisen darauf hin, dass unter anderem hinsichtlich Erwerbsbiographien, Gestaltung des „Ruhestands“ und Vorstellungen und Wünschen alternder Landwirt*innen weiterer Forschungsbedarf besteht. Zudem zeigen die bisherigen Analysen, dass die Erhaltung oder Aufgabe des Betriebes sowie sozioökonomische und gesundheitliche Aspekte zu den wichtigsten Faktoren der Ruhestandsentscheidung und -gestaltung zählen.

Zusammenfassung: Aufgrund einer Vielzahl von Einflussfaktoren ist der Ruhestand in der Form, in der er als dritte Phase des Normallebenslaufs von Martin Kohli (1985) definiert wird, bei Landwirt*innen oftmals nicht zu beobachten. So sind finanzielle Schwierigkeiten und ungeklärte Hofnachfolgen aufgrund sozio-demografischer Veränderungen, laut Expertenaussagen, nur einige der Herausforderungen, mit denen Landwirt*innen derzeit und künftig konfrontiert sind.

11:15
Optimierung des Entlassmanagements geriatrischer Patienten durch Nutzung einer IT-Plattform im Projekt SereNaWeb
P12 

A. Finger, U. Sperling, H. Burkhardt; Mannheim

Im Projekt SereNaWeb, das vom Ministerium für Soziales und Integration Baden Württemberg gefördert wird, geht es darum, das sektorenübergreifende Entlassmanagement geriatrischer Patienten zu optimieren. Dafür entwickelt der technische Projektpartner eine webbasierte IT-Plattform mit dem Ziel, die die interdisziplinäre und sektorenübergreifende Kommunikation zu verbessern. Die Fragestellung des Projektpartners Geriatrisches Zentrum lautet: „Kann sich durch Implementierung einer solchen Plattform langfristig die Nachversorgung geriatrischer Patienten verbessern?“ Dafür sollen Bedarfe, Prozesse und Verantwortlichkeiten erfasst, abgestimmt und die Plattform dementsprechend gestaltet und schließlich bei den Akteuren implementiert und evaluiert werden. Die Effekte der Nutzung einer solchen IT-Plattform zum Entlassmanagment werden nicht nur unter Gesichtspunkten der Ressourcenschonung, sondern auch unter qualitativen Aspekten der Kommunikation und ethischen Aspekten betrachtet werden. Des Weiteren soll erforscht werden, welche für die Nachversorgung relevanten (pflegerischen) Bedarfe bei geriatrischen Patienten durch einen Klinikaufenthalt neu entstehen können.
Im ersten Schritt werden Bedarfe der Akteure (Pflegeüberleitung, Sozialdienst, ambulante Pflegedienste, stationäre Pflegeeinrichtungen) mittels Fragebögen, teilnehmender Beobachtung und leitfadengestützten Interviews ermittelt. Nach der t0-Erhebung soll im November 2019 die Plattform bei den teilnehmenden Akteuren dann implementiert und nutzbar gemacht werden. Um den Einstieg in die Software zu erleichtern, werden Workshops und Schulungen durchgeführt. Die Evaluation von SereNaWeb wird in Form einer randomisierten Intervention erfolgen.
Mit dem Projekt SereNaWeb wird das Ziel angestrebt, die Qualität und Transparenz der Überleitung zu steigern. Dies wird nicht nur Hinweise geben, wie die transsektoriale Kommunikation durch Digitalisierung verbessert werden kann sondern auch eine detaillierte Analyse zur Genese der im Rahmen des Klinikaufenthaltes entstandenen Versorgungbedarfe und deren Dynamik ermöglichen.

 

11:15
PAKT - Präventives Alltags-Kompetenz-Training für Seniorinnen und Senioren
P13 

A. Wittrahm, M. Aldenhoven; Aachen

Erkundungsstudie: Zuhause leben und bleiben im hohen Alter in NRW

Kerndaten:

Laufzeit 01.10.2016 – 30.09.2019 (Praxisphase 2018)
Träger: Caritasverband für das Bistum Aachen e.V.
Wiss. Begleitung Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung Köln (DIP)
Förderer: Stiftung Wohlfahrtspflege NRW
Projektstandorte in NRW:

Aachen, Heinsberg, Mönchengladbach

Zielsetzung: Förderung und Erhaltung der selbständigen Lebensführung in der eigenen Häuslichkeit durch individuell abgestimmte Beratungs-, Schulungs- und Trainingsangebote bei Menschen mit Präventionspotential in der gesundheits- und pflegebezogenen Alltagsgestaltung.

Grundlage: Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklungen liegt es nahe, hochaltrigen Menschen – entsprechend der Wünsche der meisten Betroffenen - einen möglichst langen und möglichst selbständigen Verbleib in der privaten Häuslichkeit zu ermöglichen. Dies setzt jedoch sowohl stabile häusliche, familiäre, wohngemeinschaftliche und nachbarschaftliche Systeme als auch angemessene wohnortnahe, professionelle Infrastrukturen sowie persönliche Kompetenzen voraus. Um rechtzeitige Bedarfe in dieser Hinsicht zu erkennen und notwenige sowie passende Angebote gestalten zu können, sind neue, präventiv ausgerichtete Beratungs- und Unterstützungsangebote vonnöten.
Kompetenzerhalt und soziale Teilhabe im hohen Alter durch PAKT!

Erste Zahlen: (Endgültige Auswertungszahlen liegen im September vor!)

Alter der TN:    64 – 95 Jahre (Durchschnitt 80,3)
Geschlecht:      männlich (21), weiblich (90)
Lebensform:     alleine (80), Partnerschaft (26), sonstiges (4
Pflegegrad:      keinen (63), 1 (15), 2  (28), 3 (3), 4 (1)

Insgesamt haben 592 Hausbesuche stattgefunden. Spitzen zeigen sich bei 2-4 Besuchen und 10-11 Besuchen pro Teilnehmendem.

Erste Eindrücke:      

  • Es gibt große Bedarfe seitens der Zielgruppe.
  • Schwerpunkte im Bereich Information und Beratung sind medizinische und therapeutische Versorgung (Meine Gesundheit) und persönliche und gesellschaftliche Aktivitäten (Meine Aktivitäten).
  • Schwerpunkte im Bereich Schulung und Training sind Bewegungs- und Gedächtnisübungen.
  • Die Verteilung der Anzahl der Hausbesuche spricht bei wenigen Terminen für eine funktionale Orientierung, beim kompletten Durchlauf für eine existentiell orientierte Ausrichtung des Programms.  
11:15
Förderung von Mobilität und Bewegung hochaltriger Menschen im ländlichen Raum zur Verbesserung gesellschaftlicher Teilhabe – Design und Pilotierung einer Studie
P14 

S. Mümken, A.-K. Beyer, D. Dräger, A. Kuhlmey, P. Gellert; Berlin

Fragestellung: Ziel der Studie ist es zu prüfen, inwiefern sich die Mobilitätsradien hochaltriger Menschen im ländlichen Raum durch die ressourcenorientierte Förderung von Aktivitäten erweitern und Mobilitätsroutinen aufbauen lassen. Außerdem wird untersucht, ob eine Tablet-basierte App die Intervention effektiv unterstützt. Neben behavioralen, physischen und psychischen Endpunkten soll die gesellschaftliche Teilhabe der Zielgruppe verbessert werden.

Methode: In die randomisierte kontrollierte Studie (RCT) werden N=254 Menschen ab 80 Jahren aus der Region Havelland (Brandenburg) eingeschlossen. Als ein primärer Endpunkt wird Mobilität über GPS/GIS sowie die Fortbewegungsfähigkeit durch Hilfsmittel und soziale Unterstützung in definierten Mobilitätsradien mittels Fragebogen erfasst. Zusätzlich werden Ressourcen und Kovariaten, zur Baseline, nach drei und sechs Monaten erhoben. Die Intervention verbindet selbstgewählte Ziele der Probanden mit, durch die Netzwerk-App visualisierten, Gesundheits-, Aktivitäts- und Partizipationsangeboten. Hierbei werden individuelle Barrieren und Ressourcen berücksichtigt. Die Kontrollgruppe erhält Informationen zur Bewegungsförderung und über Aktivitätsangebote. Im ersten Schritt werden personale, soziale und ökologische Ressourcen identifiziert und in die App eingepflegt. Im Sinne eines partizipativen Ansatzes werden ältere Menschen aus dem Havelland als Co-Researcher bereits in der Pilotphase eingebunden. Mit dem Einbringen eigener Erfahrungen helfen sie beim Auffinden der Ressourcen hochaltriger Menschen, der Entwicklung von Studienmaterialien sowie bei der Festlegung von App-Inhalten. Hierbei werden persönliche Interessen der Co-Researcher berücksichtigt und geschult. Zudem ermöglichen sie einen Zugang zur Zielgruppe und werden in die Evaluation eingebunden.

Ergebnisse: Die Ergebnisse leisten einen Beitrag zur Gesundheitsförderung und zum Erhalt der Mobilität hochaltriger Menschen. Sie geben Aufschluss darüber, wie individuelle Mobilitätsressourcen und Aktivitäten gefördert werden können, um soziale und gesellschaftliche Teilhabe hochaltriger Menschen im ländlichen Raum zu verbessern.

Schlussfolgerung: Durch die Beteiligung von Co-Researchern werden Einstellungen und Sichtweisen hochaltriger Menschen integriert und Nähe zu ihrer Lebenswirklichkeit ermöglicht.

11:15
Bevorzugen junge Menschen ältere Psychotherapeut*innen?
P15 

E.-M. Kessler, S. Rahn, F. Klapproth; Berlin

Ziel: In Zeiten des demographischen Wandels bleiben Psychotherapeut*innen länger in ihrem Beruf. Vor dem Hintergrund zweier gegensätzlicher Altersstereotype (weise/großzügig versus senil/abgehängt) und ihrer Kontextabhängigkeit untersucht die vorgestellte Studie, ob junge Erwachsene in Abhängigkeit des Behandlungsanlasses eine Präferenz für alte oder junge Psychotherapeut*innen haben.

Methode: In einem Within-Subjects Design wurden therapiemotivierten jungen Frauen (N=79) zwei Arten von möglichen Behandlungsanlässen präsentiert, ‘Universelle Probleme’ (die sich auf fundamentale Fragen des Lebens über die ganze Lebensspanne beziehen) and ‘Junge Probleme’ (Lebensereignisse, die typisch für das junge Erwachsenenalter sind). Für jedes Problem erhielten die Probandinnen jeweils zwei naturalistische Fotos einer älteren (55 Jahre +) oder jüngeren (< 35 Jahre) Psychotherapeutin. In der Forced choice- Entscheidungsaufgabe sollten die Probandinnen ihre jeweilige Präferenz für die ältere oder jüngere Psychotherapeutin angeben.

Ergebnis: Die Probandinnen hatten keine globale Präferenz für ältere oder jüngere Psychotherapeutinnen. Wie erwartet zeigte sich eine Präferenz für ältere Psychotherapeutinnen im Fall ‚Universeller Probleme‘ (Tod eines Freundes, Naturkatastrophe, Hadern mit der eigenen Vergangenheit). Im Gegensatz dazu präferierten die Probandinnen im Fall ‘Junger Probleme‘ (Cyberbullying, Übergriffige Eltern, Liebeskummer) jüngere Psychotherapeutinnen. Die Effekte waren mittel bis groß.

Schlußfolgerung: Negative Bewertungen älterer Arbeitskräfte, wie sie in vielen Bereichen der Arbeitsfeld nachweislich vorkommen, gelten möglicherweise nicht für Psychotherapeut*innen, zumindest nicht aus der Perspektive von jungen, therapiemotivierten Personen.

11:15
Nachhaltigkeitsvorstellungen älterer Tourist*innen – Eine Intensivfallstudie am Beispiel ostfriesischer Inseln
P16 

S. Krümberg, L. Naegele, F. Frerichs; Vechta

Hintergrund und Fragestellung: Der inländische Tourismus verzeichnet seit Jahren eine positive Entwicklung. Dies passiert vor dem Hintergrund einer demografisch bedingten Bevölkerungsalterung, die sich durch eine steigende Lebenserwartung bei besserer Gesundheit und höheren finanziellen Ressourcen sowie dem Wunsch nach mehr sozialer Teilhabe auszeichnet. Ältere rücken zunehmend in den Fokus von Tourismusanbietern. In Anlehnung an die Agenda 2030 und der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie sollen die ökonomischen Ziele ein ausgewogenes Verhältnis zu der sozialen und ökologischen Dimension des Konzeptes vom nachhaltigen Tourismus finden. In diesem Kontext stellt sich die Frage, welche Vorstellungen ältere Tourist*innen über den nachhaltigen Tourismus haben und wie diese zu den vorgefundenen Nachhaltigkeitsideen am Urlaubsort stehen.

Vorgehen und Methode: Basierend auf einer vorangegangenen Literaturanalyse zeigte sich, dass bisher wenig Forschung hinsichtlich dieser Thematik vorgenommen wurde. So finden sich zwar eine Reihe von Studien, die sich mit dem nachhaltigen Tourismus befassen, jedoch fehlen gerontologische Bezüge und eine systematische Berücksichtigung älterer Tourist*innen. Folglich ergab sich für die hier vorgestellte Arbeit ein explorativer Forschungszugang. Mithilfe von Fokusgruppeninterviews auf Juist und Norderney wird nachfolgend untersucht, welche Inhalte ältere Tourist*innen dem Begriff bzw. dem Konzept des nachhaltigen Tourismus zuschreiben. Ziel der Studie ist es dabei auch, die Bedeutung der Zielgruppe 50+ für den nachhaltigen Tourismus zu eruieren, da diese wesentlich zu den Entwicklungen im Tourismus der nächsten Jahre beitragen.

Ergebnisse: Erste Vorgespräche zu denen im Juni 2019 anstehenden Fokusgruppeninterviews weisen in Richtung vielfältiger Vorstellungen von Nachhaltigkeit bei älteren Tourist*innen. Dazu kommt der Wunsch die eigene Freizeit im höheren Alter aktiv und selbstbestimmt zu gestalten, was an dieser Stelle Bezüge zur Frage der sozialen Teilhabe Älterer aufweist.

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