Donnerstag, 19.09.2019

13:30 - 15:00

R15

S19-12

Sozialräumliche Ausgrenzung im Alter

Moderation: W. Hafezi, Wiesbaden

Ziel des Symposiums ist es, aktuelle Erkenntnisse aus der internationalen Diskussion im COST-Netzwerk ROSEnet (http://rosenetcost.com) zu sozialräumlicher Ausgrenzung im Alter für die bundesdeutsche Diskussion fruchtbar zu machen. Einführend werden konzeptionelle Überlegungen zum Zusammenhang von Sozialraum und den Chancen auf Teilhabe bzw. den Risiken von Ausgrenzung im Alter zur Diskussion gestellt. In weiteren Beiträgen werden einzelne Dimensionen sozialräumlicher Ausgrenzung und Teilhabe für ausgewählte Settings konkretisiert. Dabei werden zugleich Hinweise auf Handlungsbedarfe und erste Handlungsansätze zur Verminderung von Exklusion herausgearbeitet. Beiträge: Monika Alisch (HS Fulda)/Susanne Kümpers (HS Fulda): Sozialräumliche Ausgrenzung im Alter – Ergebnisse des 1. ROSEnet Fachforums Christian Bleck (HS Düsseldorf): Sozialraumorientierung in der stationären Altenhilfe – Erfahrungen im urbanen Raum und konzeptionelle Empfehlungen Josefine Heusinger (HS Magdeburg-Stendal)/Birgit Wolter (Institut für Gerontologische Forschung): Ausgrenzung und Teilhabe im Quartier - Auswirkungen von Gentrifizierung auf benachteiligte ältere Menschen

13:30
Sozialräumliche Ausgrenzung im Alter – Ergebnisse des 1. ROSEnet Fachforums
S19-12-01 

M. Alisch, S. Kümpers; Fulda

ROSEnet hat das Ziel, durch verbesserte Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis Ausgrenzung im Alter zu politisieren und Auswege aufzuzeigen. Ursachen, Wirkungen und Gegenstrategien müssen in verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Sozialraum markiert neben Zivilgesellschaft, Ökonomie, Dienstleistungen und sozialen Beziehungen eine wesentliche Perspektive auf Ausgrenzung im Alter. Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis diskutierten und bilanzierten im März 2019 auf dem 1. deutschsprachigen ROSEnet Fachforum Ansätze zur Analyse und Bewältigung sozialräumlicher Ausgrenzung im Alter. Die transdisziplinäre Diskussion strukturierte sich nach Leitfragen zu Diversität/ Biografie, Raum, Macht und Steuerung sowie Konzepten von Inklusion und Exklusion. Damit sind unterschiedliche Ebenen der Beeinflussung von Ausgrenzung und von Teilhabechancen im Raum angesprochen. Partizipation als politischer Auftrag einerseits und Gestaltungsaufgabe im Raum andererseits wurde problematisiert und die Bereitstellung und die Zugänge zu noch themenfreien Räumen und Ressourcen als Lösungsweg skizziert. Sozialräumliche Ausgrenzung wird verursacht durch sozio-ökonomische Entwicklungen und in der Folge durch den Wohnungsmarkt, der solidarische, am sozialen Ausgleich orientierte Formen des Zusammenlebens kaum ermöglicht. Räume in Veränderung (Gentrifizierung, Entleerung) und ihre Wirkung auf Inklusion/Exklusion im Alter sind ebenso politische und wissenschaftliche Herausforderungen wie entsprechende, selten an das Alter(n) geknüpfte Gegenbewegungen (Räume sind Konfliktpotenzial).

14:00
Sozialraumorientierung in der stationären Altenhilfe – Erfahrungen im urbanen Raum und konzeptionelle Empfehlungen
S19-12-02 

C. Bleck; Düsseldorf

Sozialraumorientierte Handlungskonzepte und -methoden gewinnen auch für die stationäre Altenhilfe an Bedeutung. So steht etwa der Ansatz der ‚KDA-Quartiershäuser‘ für eine Neuausrichtung bzw. für die aktuelle, 5. Generation von Alten- und Pflegeheimen (Michell-Auli & Sowinski, 2012). Bislang wurde aber kaum untersucht, welche Rolle Sozialraumorientierung gegenwärtig in der Praxis stationärer Altenhilfeeinrichtungen spielt. Ziel der Studie ‚Sozialräumliche Bezüge in der stationären Altenhilfe‘ war es, sowohl aktuell vorhandene Bezüge von Altenhilfeeinrichtungen zum Sozialraum als auch Voraussetzungen für eine sozialraumorientierte Arbeit in den Einrichtungen zu identifizieren. So wurde in der Stadt Düsseldorf und damit exemplarisch für den urbanen Raum ermittelt, welche sozialraumbezogenen Orientierungen, Arbeitsinhalte und Kontakte im ‚(Arbeits)alltag‘ stationärer Altenhilfeeinrichtungen vorliegen. Hierfür wurden einerseits Expert_innen-Interviews und Workshops mit Leitungs- und Fachkräften sowie Gruppendiskussionen mit Bewohner_innen in zwei ausgewählten Altenhilfeeinrichtungen sowie andererseits eine Online-Befragung mit Einrichtungsleitungen Düsseldorfer Altenhilfeeinrichtungen durchgeführt. Auf dieser Grundlage werden in dem Vortrag Handlungsbausteine für eine sozialraumorientierte Altenarbeit in stationären Kontexten vorgeschlagen, die der sozialräumlichen Ausgrenzung von alten Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf entgegenwirken können.

14:30
Ausgrenzung und Teilhabe im Quartier - Auswirkungen von Gentrifizierung auf benachteiligte ältere Menschen
S19-12-03 

B. Wolter, J. Heusinger; Berlin, Magdeburg

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